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Philologische Fakultät der Universität Leipzig

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Interkulturelle Kompetenz: Ein SQ-Modul für die wissenschaftliche und praxisnahe Behandlung der Flüchtlingsthematik

Interkulturelle Kontaktsituationen – so lautet der wissenschaftliche Begriff für Begegnungen zwischen Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Genau solchen Situationen stehen wir in Anbetracht der brisanten Flüchtlingsthematik derzeit vermehrt gegenüber, sei es, dass sich Studierende und Universitätsangehörige direkt engagieren oder man in Medienberichten und Diskussionen mit dem Thema auf negative Art und Weise konfrontiert wird.

Um interkulturelle Kontaktsituationen gelingen zu lassen bedarf es einem hohen Maß an Empathiefähigkeit und Ambiguitätstoleranz sowie Kommunikations- und Konfliktlösungsfertigkeiten – kurzum: interkultureller Kompetenz. Das im Wintersemester 2014/15 zum ersten Mal durchgeführte Schlüsselqualifikations-Modul „Interkulturelle Kompetenz in der Praxis“ leistet einen Beitrag in genau diesem Bereich. In Zusammenarbeit mit den Studiendekanen und Studienbüros erstellten die beteiligten StiL-Mentorinnen der Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften, der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie und der Philologischen Fakultät einen Entwurf für ein fakultätsübergreifendes SQ-Modul, was organisatorisch an das Institut für Anglistik bei Professor Joachim Schwend (Emeritus) im Bereich Kulturstudien angegliedert wurde.

“Von zentralem Interesse ist die Auseinandersetzung mit Differenz”, erläutert Katharina Seibert, eine der beiden Seminarleiterinnen, „wobei Kultur nur als ein möglicher Faktor gesehen wird, der Differenzerfahrungen auslösen kann.“ Im Seminar erhalten die Studierenden Einblick in das Forschungsfeld der interkulturellen Kommunikation, was in einer Schnittstelle zwischen Ethnologie, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft und Politikwissenschaft angesiedelt ist. „Die Sensibilisierung der Studierenden, ihre eigene Perspektive und Wahrnehmung stets zu hinterfragen und Dissonanzerfahrungen nicht zu externalisieren, erfolgt über den Einbezug verschiedener Methoden im Seminar: von literarischen über audiovisuelle Medien bis hin Gesprächen mit Referenten aus der Praxis“, ergänzt Priska Fronemann, ebenfalls Seminarleiterin. Im kommenden Wintersemester 2015/16 soll genau dieser Teil aus gegebenem Anlass ausgebaut werden. Der Fokus wird daher auf Personen liegen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren und zum einen von interkulturellen Kontaktsituationen berichten und wie man diesen mit einem gewissen Maß an interkultureller Kompetenz begegnen kann, aber auch die über solche Situationen, die mit Menschen stattfinden, deren Perspektive den Flüchtlingen gegenüber negativ ist.

Ergänzend zum Seminar erfolgt ein interkulturelles Training, das vom Career Service International durchgeführt wird und zum Ziel hat, eine konkrete Auseinandersetzung mit sich selbst als interkulturell handelnder Akteur gegenüber dem kulturell Anderen zu fördern.

Nach zwei Semestern, in denen die Bewerberzahlen für das Modul von 200 auf über 300 gestiegen sind, zieht Michaela Vitzky, die als StiL-Mentorin das Modul mitkonzipiert hat, ein erstes Fazit: „Ganz offenkundig existiert bei den Studierenden der Universität Leipzig ein essentielles Bedürfnis nach interkultureller Kompetenz“.

Weitere Informationen und Ansprechpartner finden Sie unter https://mentoren.philol.uni-leipzig.de/interkulturelle-kompetenz/.

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