Erfahrungsberichte Videokonferenz-Systeme

Datum der Veröffentlichung:

Derzeit erleben viele verschiedenen Video-Konferenzsysteme einen zweiten Frühling, weil sie für kleinere und größere Besprechungen sowie Seminarformen und Vorlesung tauglich erscheinen. Auf dieser Seite wollen wir Erfahrungswerte zusammentragen und Ihnen dabei helfen, die passende Lösung für Ihre Ansprüche zu finden. (Stand: 19. Mai 2020)

Möchten Sie eigene Erfahrungen beitragen? Melden Sie sich dazu einfach bei Herrn Kretschmer unter hjk@uni-leipzig.de.

Bitte beachten Sie: Technische Hilfestellung geben Ihnen entweder die entsprechenden Anleitungen des URZ oder die Kolleginnen und Kollegen des Servicedesk.

Chatsystem Rocket.Chat

Ab 8. Mai 2020 kann das universitätsweite Chatsystem „Rocket.Chat“ genutzt werden, um mit anderen Personen (Lehrenden, Studierenden, Mitarbeitenden) in Kontakt zu treten. Sie können sich unter chat.uni-leipzig.de/ einloggen und direkt starten. Zum Anmelden benötigen Sie lediglich Ihren Uni-Login. Der Einsatz empfiehlt sich lt. URZ unter anderem für:

  • das Anbieten von Konsultationen und Sprechzeiten
  • das Arbeiten in Kleingruppen (Studierende)
  • interessensbasierte und niederschwellige Kommunikation
  • das öffentliche Sammeln von Fragen und Antworten („FAQs“).

Sie können mithilfe von Rocket.Chat direkt mit einzelnen Studierenden oder Gruppen in Kontakt treten. Ebenfalls ist die Kommunikation unter Studierenden – auch in Untergruppen – ist problemlos möglich. Darüber hinaus können Sie unterschiedliche Medien wie Fotos, Audiodateien und Links teilen und diese in speziellen Kanälen, sogenannten „Kanälen“ übersichtlich zusammenfassen.

Unter www.urz.uni-leipzig.de/dienste/chatsystem/ finden Sie weitere Informationen sowie eine umfangreiche Handreichung, die Sie Schritt für Schritt durch die Benutzeroberfläche und die einzelnen Funktionen führt.

Big Blue Button

Für Videokonferenzen im Kontext von Lehrveranstaltungen sind Skype for Business und Jitsi nicht geeignet. Es fehlen bspw. intuitive Möglichkeiten zum Anlegen von Konferenzräumen (mit sinnvollen Voreinstellungen), Präsentationsmöglichkeiten sowie Aufzeichnungs- und Abspielmöglichkeiten. Die Software Big Blue Button ist geeignet und soll als Teststellung zur Verfügung gestellt werden.

  • Erreichbarkeit: bbb.sc.uni-leipzig.de (Anmeldung mit Uni-Login)
  • Nutzbarkeit: Über einen Browser. Desktop-Programme oder Smartphone-Apps sind nicht verfügbar (aber auch nicht notwendig)
  • Nutzung durch Externe: Problemlos möglich. Es muss lediglich ein Einladungslink verschickt werden.

Faszinierend an BBB ist das Feature eines Whiteboards auf dem Bildschirm, auf dem man anscheinend sogar gemeinsam arbeiten kann. Zudem können in der laufenden Sitzung Umfragen (Polls) angelegt und gestartet werden. Ebenfalls existieren Aufzeichnungs- und Abspielmöglichkeiten für externe Videos.

Nachtrag 8. Mai 2020: Das Rechenzentrum meldet, dass BigBlueButton nun ohne Anmeldung im Rechenzentrum innerhalb von Moodle-Kursen genutzt werden (siehe auch www.urz.uni-leipzig.de/dienste/videokonferenzen/).

Deutsches Forschungsnetz – DFNconf

Mit dem uni-externen Dienst DFNconf bietet der DFN-Verein seinen Nutzern im Wissenschaftsbereich die Möglichkeit, Video-, Audio- und Webkonferenzen durchzuführen. Der Dienst ist auf den Bedarf von Forschung und Lehre zugeschnitten und stellt die zentralen technischen Komponenten bereit, die erforderlich sind.

Jeder Angestellte der Universität Leipzig ist automatisch für den Videokonferenzdienst freigeschaltet. Neben der Videokonferenzlösung können darüber auch Telefonkonferenzen gestartet werden.

  • Erreichbarkeit: www.conf.dfn.de. Zum Erstellen einer Konferenz loggen Sie sich über „Veranstalter-Login“ mit Ihrem Uni-Account ein. Wählen Sie dazu „Universität Leipzig“ als Ihren Arbeitgeber aus.
  • Nutzbarkeit: Über einen Browser (bestätigt: Firefox und Chromium) oder über Desktop- und Mobile Apps
  • Nutzung durch Externe: Problemlos möglich. Es muss lediglich ein Einladungslink verschickt werden.

DFNconf kann mit bis zu 23 Teilnehmern gleichzeitig betrieben werden.

Mögliche Probleme: Die Teilnehmer müssen dem Browser erlauben, auf das Mikrofon und die Kamera zugreifen zu dürfen. (Wer einen Tipp hat, wie man das im Browser „Safari“ einstellt, darf sich gern bei uns melden. Danke!)

Jitsi – Testbetrieb

Jitsi ist ebenfalls ein browserbasiertes Tool. Das URZ betreibt diese Software derzeit noch im Testbetrieb.

  • Erreichbarkeit: meet.sc.uni-leipzig.de Angehörige der Universität Leipzig können als Organisator einen Videokonferenzraum eröffnen.
  • Nutzbarkeit: Über einen Browser (bestätigt: Chrome und seine Derivate wie Chromium, Opera, Brave usw.) oder per Smartphone-App
  • Nutzung durch Externe: Problemlos möglich. Es muss lediglich ein Einladungslink verschickt werden.

Jitsi kann problemlos mit 10 Personen benutzt werden; alles darüber hinaus könnte hakelig werden. 25 Teilnehmer verkraftet das System nicht mehr.

Hinweise zur Einrichtung und Nutzung finden Sie in der Jitsi-Anleitung des URZ.

Skype

Populärstes Video-Konferenz-Tool, jetzt in Besitz von Microsoft. Jede Datenübermittlung läuft also über die privaten Server dieser Firma.

  • Erreichbarkeit: web.skype.com oder das Skype-Programm, das für Windows, Mac, Linux und Android bezogen werden kann.
  • Nutzbarkeit: Über einen Browser, Desktop-Programme oder per Smartphone-Apps
  • Nutzung durch Externe: Problemlos möglich, da das System und das Programm per se „extern“ sind. Es kann ein Einladungslink vom Veranstalter (also Ihnen) verschickt werden, den die Teilnehmer in ihrem System aufrufen.

Voraussetzung hierfür ist, dass alle Teilnehmer einen Skype-Account besitzen. Bei Jitsi und DFNconf ist das nicht nötig. Auf Skype konnten derzeit Gruppenveranstaltungen von 20 Personen durchgeführt werden.

Mögliches Problem: Ein Skype-Account kann nur mit einer privaten E-Mail-Adresse benutzt werden.

Skype for Business

Über den Microsoft Landesvertrag ist die Nutzung von Skype for Business an der UL möglich. Aktuell sind alle Mitarbeiter der Universität für die Nutzung freigeschaltet.

Erreichbarkeit und Nutzbarkeit: Ein Softwarepaket gibt es für Microsoft Windows, macOS, iOS und Android (über die entsprechenden Stores).

Unter Linux soll das Programm „Pidgin“ genutzt werden können; wahrscheinlich aber nur auf der Tonspur.

Skype for Business kann wohl auch ohne Client, direkt im Browser und entsprechendem Plugin, genutzt werden.

Besprechungen können unter https://ucweb.uni-leipzig.de/Scheduler/ mit DOM\Uni-Login und Passwort angelegt werden.

Mögliche Probleme:

  • Beim Login in Skype for Business kann es kniffelig werden, wenn man im Identitätsmanagement der UL mit mehreren E-Mail-Adress-Namen hinterlegt ist. Hier muss man raten, welcher eigentlich genutzt werden kann, denn es ist möglich, dass sich dieser vom gewohnten Login unterscheidet, welches man bspw. auf HORDE oder am Uni-Rechner benutzt.
  • Der Smartphone-Client scheint am zuverlässigsten und am intuitivsten zu funktionieren.
  • SfB ist relativ stark mit anderen Microsoft-Office-Produkten verzahnt. Das macht seine Bedienung unter Umständen etwas komplex.

Skype for Business kann für größere Veranstaltungen genutzt werden; die Teilnehmer müssen jedoch einen Uni-Login besitzen oder durch einen Besitzer eingeladen werden.

Auf den Seiten des URZ finden Sie Anleitungen zur Einrichtung von SfB für die verschiedenen Betriebssysteme.

Zoom

Zoom ist ebenfalls ein externer Anbieter, der durch ein einfach zu handhabendes System besticht. In der kostenlosen Version können Meetings für bis zu 40 Minuten abgehalten werden – alles darüber hinaus benötigt ein kostenpflichtiges Abo. Zudem sind in der letzten Zeit Datenschutz-Probleme und Hacker-Angriffe mit und auf Zoom-Sitzungen bekannt geworden.

  • Erreichbarkeit: zoom.us/join oder das Zoom-Programm, das für Windows, Mac, Linux und Android bezogen werden kann.
  • Nutzbarkeit: Über einen Browser, Desktop-Programme oder per Smartphone-Apps
  • Nutzung durch Externe: Problemlos möglich, da das System und das Programm per se „extern“ sind. Es kann ein Einladungslink vom Veranstalter (also Ihnen) verschickt werden, den die Teilnehmer in ihrem System oder im Browser aufrufen.

Über die Skalierbarkeit von Zoom kann aktuell keine Aussage getroffen werden. Es ist also unklar, wie viele Personen in akzeptabler Qualität an einem Gruppengespräch teilnehmen können. (Ergänzungen Ihrerseits sind willkommen!)

Mögliche Probleme: Hier in erster Linie die bereits angesprochenen Datenschutz-Probleme und Hacker-Angriffe. Daher kann von der Nutzung dieser Software zum aktuellen Zeitpunkt nur abgeraten werden.

Nachtrag 8. Mai 2020: Mit der Verteilung von speziellen Zoom-Lizenzen an der Fakultät ist der fehlende Datenschutz lt. URZ behoben. Die Verbindung läuft nun über gesicherte Server. Die Nutzungsbedingungen und weitere Hinweise finden Sie unter www.urz.uni-leipzig.de/dienste/videokonferenzen/zoom/.

Nachtrag 19. Mai 2020: Nach Rücksprache mit dem universitären Datenschutz müssen wir mitteilen, dass die Nutzung von ZOOM für Lehrveranstaltungs-Sitzungen, in denen direkte Prüfungsleistungen erbracht werden, nicht benutzt werden darf. Somit ist das Halten eines studentischen Referats, einer mündlichen Präsentation o.ä. Leistungen via ZOOM auf Grund einer weiterhin nicht vollständigen Datenschutz-Gewährleistung nicht gestattet.

Begründung: Prüfungen sind besonders sensible und schützenswerte Vorgänge, bei denen in punkto Datenschutz keine Abstriche gemacht werden können. Die Entscheidung, Zoom für diesen Bereich auszuschließen, findet seine Begründung darin, dass es in den vergangenen Wochen viele negative Nachrichten und Meldungen über die datenschutzrechtlichen Unzulänglichkeiten und diverse Sicherheitsprobleme gab, die das Unternehmen in Verruf gebracht haben.

Die beanstandeten Probleme (u.a. Mac-Client, unvollständige bzw. unklare Datenschutzhinweise, Datenweitergabe an Facebook, Datenfluss durch China in die USA) wurden mittlerweile behoben, bzw. durch den Kauf von Lizenzen mit entsprechenden Sicherheitspaketen durch das URZ abgestellt.

An einigen technischen Problemen (unzureichende Verschlüsselung der Streams) wird derzeit gearbeitet.

Leider hat dieses Bild dazu geführt, dass Zoom vorerst nicht als sicherer Anbieter eingestuft werden kann.

Indem für die Durchführung der Prüfungen auch andere Dienste, wie BigBlueButton, zur Verfügung stehen, die auf den Servern der UL laufen und geschützt werden, sind diese für den sensiblen Bereich der Prüfungen zu nutzen, um die Risiken, die mit einer digitalen Durchführung von Prüfungen einhergehen, zu minimieren.